Kirsten Kühlke

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Biographie

Kirsten Kühlke ist 1965 in Rüsselsheim geboren, wo sie heute auch lebt. Nach dem Abitur Studium der Vor- und Frühgeschichte und klassische Archäologie in Mainz, allmählich ersetzt durch freie Malerei in Wiesbaden, konsequent mündend in einen Abschluß im Fach Gesellschaftswissenschaften in Frankfurt am Main ... Zunehmend schreibend, immer mal wieder gestört durch lebenserhaltende Tätigkeiten, zuletzt als Veranstaltungsleiterin einer Kunststiftung. Nach Hinwurf all dessen nun freie Schriftstellerin.

Ausgezeichnet wurde Kirsten Kühlke mit dem 2. Platz beim Literaturpreis zur Buchmesse im Ried der Jahre 1998 und 1999, im gleichen Jahr zudem mit dem Frauenliteraturpreis Kreis Groß-Gerau und mit dem Würth-Literaturpreis / Poetikdozentur der Universität Tübingen. 2001 war sie unter dem Pseudonym Sten Kühlk in der Endrunde des Open-Mike der Literatur-Werkstatt Berlin, bevor sie 2003 den Allegra Literaturpreis gewann.

Der Moana Effekt

Der Moana Effekt

Romankapriole

  • 334 Seiten
  • Reihe Die Hauptwerke

978-3-933974-46-4

20.00 € Anfrage

Blaue Unendlichkeit

Der Roman schlägt Volten, dehnt sich aus, schnurrt zusammen, bildet Ausstülpungen, macht sich dick; jetzt besteht er aus einzelnen Splittern mit glitzernden Flächen, wird wieder eine kompakte Masse, jetzt wird er zu filigraner Spitze – ein sehr lebendiger Roman also.
Er lebt von der Sprache, von einem exquisiten Wortschatz, von glänzenden, auch vom Gebrauch stumpfen Worten, von Unikaten und Alltagsmünzen.
Er erzählt die Geschichte eines Ehepaares, Heinrich und Henriette Heinz aus Rüsselsheim, die, arbeitslos geworden, dank einer bescheidenen Erbschaft eine Reise antreten, natürlich in den Süden. Diese Reise entwickelt sich zu einer education sentimentale, in deren Verlauf sie Be'Haddih, einen orientalischen Lebenskünstler und Geschichtenerzähler, kennenlernen. In dieser Konfrontation des realistischen Biedersinns mit einer Welt der ungehemmten Phantasie werden sie peu á peu eingeweiht in das Wesen des Moana Effekts. Das Wort stammt aus dem Polynesischen und bedeutet »blaue Weite« oder »blaue Unendlichkeit«.
So kommt es, dass Heinrich seine Erleichterung darüber gesteht, dass sie sich auf ihrer ungeplanten Schiffsreise von Marseille nach Afrika – wie sie vermuten – verirrt haben, eine bemerkenswerte Wandlung des rechtschaffenen Ingenieurs. Aber das ist nicht alles: auch er erzählt eine erfundene Geschichte, für ihn eine Frivolität wider den Geist buchhalterischer Ehrlichkeit. Seine Frau Henriette ist schon eher dem Effekt erlegen, ihre diesbezügliche Disposition lässt sich schon ganz am Anfang ihrer Reise (noch ohne Be'Haddih) feststellen, als sie verschwenderisch eine Münze in einen bemoosten italienischen Brunnen wirft. Eine sehr schöne Bestätigung für die Realität der Fantasie findet sich in dem Umstand, dass die Geschichte von einem Herrenhandtäschchen und einer Stubenfliege – in Konkurrenz – erzählt wird, wobei die Stubenfliege den weitaus reflektierteren Part innehat. Der Moana Effekt ist nicht nur ein glänzend geschriebener Roman, sondern gleichzeitig ein Plädoyer für die Berechtigung haltlosen Fabulierens. Er ist außerdem ein Einspruch für die lebenserhaltende Kraft der Fantasie. Um es mit den Worten Be'Haddihs zu sagen: »Jawohl! Wenn man träumt oder Geschichten erzählt, was auf dasselbe hinausläuft, dann ist es die beste Gelegenheit für den Kopf, das zu tun, wofür man ihn hat. Oder meint ihr, wir wären auf der Welt, um Kreuzworträtsel zu lösen und zu telefonieren?«

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