Paulus Böhmer

Biographie

Paulus Böhmer, geboren 1939 in Berlin, aufgewachsen in Oberhessen und im Ruhrgebiet, lebt in Frankfurt am Main, wo er 1985 bis 2002 das Literaturbüro geleitet hat. Seine Publikationen bei uns – neben dem großen Band »Kaddish & andere Gedichte« – sind »Darwingrad«, »Da sagte Einstein«, »Dein schwarzgekacheltes Blut« (alle drei im Anabas Verlag), »Die Ohm« (1996 bei Peter Engstler) und »Eben noch, Vor langer Zeit, Jetzt« (1997; zusammen mit Klaus Reichert). Gemeinsam mit Lydia Böhmer übersetzte er Jehuda Amichais Gedichte bei Suhrkamp. Bei uns hat er mit Lydia Böhmer und Werner Söllner zusammen die Gedichte von Asher Reich für den Band »Tel Aviver Ungeduld« übertragen.

"Wer ich bin?"

"Wer ich bin?"

  • 32 Seiten
  • 16er Reihe

978-3-929232-79-0

7.00 € Anfrage

Notizen zu Paulus Böhmer

Inhaltverzeichnis:

Alban Nikolai Herbst – Junge Frauen trinken Gifte

Wolf Singer – Ein Brief

Jehuda Amichai – Ein tel ist ein Hügel

Werner Söllner – Ein Brief

Gerd-Peter Eigner – Jagdgrund

Von denen Schnecken

Von denen Schnecken

  • 40 Seiten
  • 16er Reihe

978-3-929232-53-0

7.00 € Anfrage

zusammen mit Katharina Hacker

Palais d'Amorph

Palais d'Amorph

  • 192 Seiten
  • Reihe Die Hauptwerke

978-3-929232-28-8

18.00 € Anfrage
Säugerleid

Säugerleid

Kaddish & andere Gedichte

  • 208 Seiten
  • Reihe Die Hauptwerke

978-3-929232-29-5

19.00 € Anfrage

»Die Faszination«, schreibt Thomas Hettche im JOURNAL Frankfurt, »die in diesen Gedichten von der großen Geste des »Alles zusammen ist es« ausgeht, liegt daran, dass die scheinbar assoziativ verknüpften Sprachstücke auf überraschende Weise Sinn freigeben, keinen eindeutigen, aber gewissermaßen viele Partial-sinne, leuchtende Momente«, und »Paulus Böhmer...«, ergänzt Werner Söllner im Südwestfunk, »ist ein radikaler Realist, ein romantischer Hymniker mit zotigem Vokabular, der uns die Maske vom Gesicht reisst und der Welt das Hymen zurückgibt, ohne das wir sie nicht lieben können.« – »Hier wird der Abschied als Abtritt gefeiert, kunstsinnig und mit großem Atem, der Rest in seiner ganzen Fülle und die Erinnerungen, die darin schwären. Rüde, zärtlich und untröstlich«, findet Hermann Peter Piwitt in der Literaturbeilage von Die Woche. Und: »Böhmer steht mit seinem Befund unter den Kollegen nicht allein. Pflegleichte Lyrik, die in Bildern gekleidet kleine Episoden mit kleinen Gedanken entsorgt, bekommt eben die Literaturpreise, die nach den großen Ungepflegten benannt sind. Andere schreiben entweder am Rand des Verstummens ... oder gegen den Tod an, als bedeute ein Gedicht beenden auch das physische Ende«, was im JOURNAL Frankfurt noch einmal, diesmal aber von Wolfgang Rüger fortgesetzt wird mit der Auskunft: »Eine stetig wachsende Zahl von Kollegen – und das will in dem von Konkurrenzdenken behrerrschten deutschen Literaturbetrieb etwas heißen – preist diesen Solitär allerdings mittlerweile in höchsten Tönen.« Apropos, Edelsteine, die taz weiß davon dies: »Böhmer ist wie Godard ein originärer Solitär, dessen Texte sich im Zustand und unter Einfluß polymorpher Assoziationen befinden. Die Gedichte von Böhmer haben keine erzählerische Zentralperspektive, keine Anthropozentrische Hierarchie, kein Zeitkontinuum. Man könnte sie als Al-fresco-Arbeit aus Zitaten, Verweisen, Allusionen, mehrsprachigen Versatzstücken, Anleihen aus der Popkultur und Partikeln des Universalwissens bezeichnen und am ehesten mit einem Begriff von Ezra Pound schubladisieren: »Prosa-Kino«...« – aber dahinein träumt Peter O. Chotjewitz: »Ich stelle mir vor, dass diese Texte, gesprochen, im eigenen kleinen Kreis sommernächtelang am runden Tisch der Gartenwirtschaft fesseln.« Die tageszeitung fährt derweil fort: »In seinem Gedicht Kaddish stimmt der »deutsche Dichter mit dem weitaus größten Wortschatz« (Christoph Meckel) in weitgespanntem Bogen einen Sterbegesang an für »die letzte lange Sekunde«. Kaddish ist aber auch ein Requiem auf die Sprache, die ihre kommunikativen Möglichkeiten eingebüßt hat. ... Böhmer, ein »Enzenberger mit Unterleib«, wie ihn Arnfried Astel einmal apostrophiert hat, ist für mich die derzeit bedeutendste lyrische Stimme, zumindest im deutschsprachigen Raum. Mit seinen Gedichten führt er die Linie der großen Avantgardisten der Moderne fort.« Darauf antwortet Hans-Jürgen Linke eindeutig: »... das empirische Ich zu blähen, hat Paulus Böhmer nie mitgemacht. Dies hat ihm dann über die Jahre den Ruf eines Monolithen der deutschen Lyrik eingetragen.« Das sieht Helmut Eisendle in MANUSKRIPTE grundsätzlich: »Unter einem Text wird ein Gewebe verstanden, also ein Produkt, hinter dem sich mehr oder weniger verborgen etwas befindet, das man Wirklichkeit nennt. Hinter dem Wortgewebe der Gedichte von Paulus Böhmer ist mehr; es ist etwas verborgen oder will nicht sichtbar werden, das noch weit hinter der Beschreibung einer Wirklichkeit liegt. Ein Gefühl, ein emotionaler Zustand, der sich aus Anklage und Erkenntniswut zusammensetzt.« Aber noch einaml ganz konkret: »Wirklich«, dar man mit Hermann Peter Piwitt abschließend feststellen, Böhmer gelingt und ist, »ein gargantueskes Gefreß.«

Notiz über Monster/ Eben noch, Vor langer Zeit, Jetzt

Notiz über Monster/ Eben noch, Vor langer Zeit, Jetzt

  • 24 Seiten
  • 16er Reihe

978-3-929232-59-2

7.00 € Anfrage

zusammen mit Paulus Böhmer und Klaus Reichert

»Im gotischen Christenmärentum vertiert der Mensch. Das Tier, dem er sich annähert, macht seinerseits einen Schritt: Es nimmt etwas Menschliches an, was beunruhigt. Dieser Wolf ist Herr Isegrim, diese Eule ist Doktor Weisheit« – wobei Victor Hugo, der dies schreibt, weder Paulus Böhmer und Klaus Reichert, noch Klaus Reichert und Paulus Böhmer gemeint haben kann. Aber was diese beiden im vorliegenden Bändchen umtreibt, Monster in allen Formen und der Inhalt des Monströsen, meint er dennoch und versteht, wie die beiden, viel von der Zeitlosigkeit des Monstrums: »Im Mittelalter ist das Verschwinden an Wirklichkeit nicht geringer als in der Antike. In den Logarithmen der Imagination reicht ein Glied mehr, um alles zu verändern. Es ist eine neue unerhörte Welt. Von diesen unerhörten Welten gibt es so viele, wie es Arten an Leichtgläubigkeit gibt« – womit wiederum kaum direkt auf Shakespears Othello angespielt ist, den Klaus Reichert ins Auge faßt, um über das Ungeheuerliche zu reflektieren. Vielmehr geht es um das Wissen von der Allgemeingültigkeit des Monsterhaften, das den kleinsten Schaukasten wie das kosmische Weltfenster des Paulus Böhmer, die Gleichzeitigkeit des Geschiedensten, das Gleich-Gewicht alles noch so sehr Auseinanderklaffenden darin, füllt. »Noch niemand hat das letzte Wort über die einzigartige Vitrine japanischer Monster in der Den Haag-Galerie gesprochen. Die flüchtige Wissenschaft lächelt darüber, übergeht es und stellt das Orakel auf: Es sind zusammengeflickte hybride Glieder; aber gewiß ist, daß das Klippe und Anstoß zur Reflexion für die ernsthaften Beobachter ist.« – Man betrachte das vorliegende Bändchen als solche Art Vitrine (die man sich freilich um das Bändchen »Promotorium Somnii / Vorgebirge des Traums« von Victor Hugo einblickreich ergänzen kann ...), von der Saint-Hilaire weise gemurmelt haben soll:                                                                                                                                           »Rätselhaft!«

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