Petra Johanna Barfs

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Petra Johanna Barfs, geboren 1974 in Emden, lebt und arbeitet in Frankfurt a. M.
1996 bis 2000 absolvierte Petra Johanna Barfs ein Studium in Interdisziplinärer Kunst bei Ton Mars und Sef Peeters an der Akademie Minerva in Groningen, Niederlande.
2000 bis  2002 folgte ein Aufbaustudium »Elektronische Medien« bei Prof. Bernd Kracke an der HfG Offenbach.
Gaststudium in der Filmklasse bei Prof. Monika Schwitte, Städelschule, Frankfurt.

Mit dem Autor Peter Härtling, dessen Beitrag »Erinnerung an die Erinnerung« eigens zu ihren Arbeiten entstand und der in dem Band abgedruckt ist, verbindet sie eine langjährige Freundschaft.

Mehr zu ihren Bildern auf Ihrer Homepage und bei der Galerie Wolfstädter, Frankfurt am Main.

Im Bild rechts der Siebdruck aus der Vorzugsausgabe.

Black Forest

Black Forest

... mehr als ein Künstler-Katalog

  • 56 Seiten
  • Hardcover in roher Pappe
  • Querformat, Fadenheftung
  • nur noch in Vorzugsausgabe lieferbar
  • mit 24 + 1 Exemplaren Auflage
  • in Schachtel, darin Original-Siebdruck
  • signiert, 330 Euro

978-3-86638-186-5

Der Band ist ein Kunstkatalog, indem er Abbildungen von Werken der Künstlerin Petra Johanna Barfs in vierfarbigen Tafeln zeigt. Insofern enthält er selbstverständlich einen kunsthistorischen Beitrag über diese Arbeiten, er stammt von dem Schriftsteller, Übersetzer und Kunsthistoriker Georg H. Holländer (*1961 in Stuttgart), der in Paris, Wien und Berlin lebt. Das Interview mit der Großfrachter-Kapitänin Antje-Friederike Herbst (*1967 in Hannover) geht indes schon weit über einen üblichen Künstlerkatalog hinaus, in dem es einen ungewöhnlichen Blick auf das Terrain »Heimat« wirft. Schlußendlich enthält das Buch eine Prosa von Peter Härtling, die »Erinnerung an die Erinnerung«, die er eigens über das Werk von Barfs geschrieben hat.

Zu dem Buch existiert eine Vorzugsausgabe mit einem Original-Siebdruck der Künstlerin, 24 signierte und numerierte Exemplare, welche zusammen mit dem Buch in einer Schachtel zu je 330 Euro erhältlich sind. Bei uns erhältlich sind die Nummern 2 und 3 der Auflage. – Die Buchexemplare aus der Vorzugsausgabe sind ihrerseits auf dem Titelschildchen von der Künstleirn signiert.

Aus meinem Vorwort zum Band:

Warum freue ich mich als Literatur-Verleger darüber, den Katalog einer Künstlerin in meinem Literaturprogramm verlegen zu können?

Weil schon auf den ersten Blick in die Bilder von Petra Johanna Barfs klar wird, was im Hintergrund fast jeder ihrer Collage steht, deren sie sich in verschiedenen Methoden bedient: Immer ist Collage eine Sonderform des Erzählens – ein Erzählen, das nicht autoriale Erzähler etabliert, sondern Strukturen von Handlung anbietet; das nicht Figurenkonstellationen vorgibt, sondern Joker ins Spiel bringt; das nicht Sujets kanonisiert, sondern Konstellationen probiert; das nicht Plotts abtrottet und festtrampelt, sondern zwischen Schablonen und Irrationalismen lustvoll Erzählmöglichkeiten öffnet.

Bereits vor ihrer Arbeit an den Collagen ist die Lust am Erzählerischen auf dem frühen Foto von Petra Johanna Barfs, auf »Rietzlern« von 1989, zu finden: Die gesamte Szenerie, die Färbung, die Kulissenhaftigkeit des Bildes läßt den erzählerischen Blick der Künstlerin erkennen. Wenn aber dann Clide, Patronen in seinen Revolver zählend, aus einer Lichtung im dichten Tannenwald herausragt und sich umschaut, während eine Bonnie in die gleiche Richtung schaut wie Clide, ein ganzer Wald jedoch auf den 70 Zentimetern zwischen den beiden Distanz schafft, dann ist ein ganzes Panorama von Erzählbewegungen aufgerufen: Hollywood-Pärchen und Edward Albee-Paare, Western-Helden, die lieber sterben anstatt zu sprechen, der ganze Individualismus des französischen Film Noir, eine Kulturgeschichte von Schicksalsergebenheit und Widerstandsgeist. Wenn hinter einem Mädchen mit Grace-Kelly-Band im Haar und Schultüte im brav klammernden Händchen ein Gewimmel von ringkämpfernden Paramilitaristen wie in einem Bergwerk aus Tannen krabbeln und zappeln und Kindheitserinnerung und Zeitgeschichte gleichermaßen zitieren, zudem klischierter Heimatroman und transgenerationale Tramata aufgerufen werden, dann sind hier Erzählstrukturen angeboten, die man sich für die Literatur nur wünschen kann. Daß schließlich ein Meistererzähler wie Peter Härtling, der »Erinnerung an die Erinnerung« entdeckte anläßlich einer Ausstellung von Arbeiten der Künstlerin, das Erzähltalent von Petra Johanna Barfs entdeckt und erzählt, dann freue ich mich als Literatur-Verleger, die Bilder-Erzählerin Barfs in meinem Literaturprogramm zu haben.

Axel Dielmann, Frankfurt am Main im Oktober 2013

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