Ernst Kretschmer

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Ernst Kretschmer ist 1951 geboren, studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie und Komparatistik in Köln, Caen und Bonn.

Er ist Mitherausgeber der Stuttgarter Morgenstern-Ausgabe. Für seine Studien zu Morgenstern und zum Nonsens erhielt er 1990 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.

Nach Lehraufträgen an verschiedenen Universitäten in Mailand, Pavia und Bergamo war Ernst Kretschmer 2005 bis 2018 Professor für Linguistik an der Universität von Modena / Reggio Emila, Italien. »LKW« war Ernst Kretschmers Roman-Debüt. »Der Falke und die Nachtigall« ist sein zweiter Roman, den im Programm zu haben mich herzlich freut!

 

Der Falke und die Nachtigall

Der Falke und die Nachtigall

Roman

  • Hardcover
  • mit Schutzumschlag
  • und Lesebändchen
  • 220 Seiten
  • Umschlaggemälde Lukas Bugla

978-3-86638-251-0

20.00 € Anfrage

Ein zwielichtiger Nazi-Stoßtrupp ist in Palermo unterwegs, die braunen Schergen sollen im Dom das Grab von Friedrich II. plündern. Einen, der sich in Leben und Tod des Staufer-Kaisers auskennt, hat man erpreßt, den Kulturraub zu unterstützen – seine Liebste ist in Ravensbrück interniert und wird aus dem KZ nur freikommen, wenn der Grabschatz entführt ist. – So jedenfalls erinnert sich im Erscheinungsjahr dieses Romans ein Jazz-Kenner namens Urs Hürlimann aus den 30er Jahren. Aber damit nicht genug:
Während der unfreiwilige Begleiter der düsteren Expedition seine Geliebte aus dem braunen Deutschland zu retten versucht, weht ihn die Geschichte eines anderen Liebenden an, die so wenig wahr sein kann, wie seine eigenen Erlebnisse und Bedrängnisse: Es ist die Geschichte eines Jägers und Falkners aus der Zeit des Staufer-Kaisers, der seine Herzensdame aus den Fängen einer machtvollen Intrige befreien will.
„Und wie soll es weitergehen?“ fragst Du mich. Die Antwort darauf kann vorerst nur lückenhaft sein und enthält doch auch Gewissheiten, die Grund zur Zuversicht geben: Du wirst in die Schweiz ausreisen, Liebste, nach Luzern, um genau zu sein, wo Du in Sicherheit vor ihnen bist. Sie sollen dann gleich ihren Waisen bekommen, der, so sei es denn ausgesprochen, hier in Palermo ist. Alles andere erkläre ich später. Sorg Dich nicht. Ich weiß es: Die Maus darf der Schlange nur mit Klugheit begegnen.
Mit seinem Debüt »LKW« gelang Ernst Kretschmer 2010 ein fabulierwütiger, figurenreicher Roman. Dessen arabeske Seitengeschichten und staunenswerte Erzählstrudel prägen auch sein neues Buch, das den Todesengeln der 1940er Jahre wie denen des 12. Jahrhunderts große Liebespaare entgegenhält.
Bei Pirandello lese ich … den Vergleich des Todes mit einem Insekt, das auf dem Rücken eines Menschen sitzt und dort von einem, der vorübergeht, gesehen wird. „Entschuldigen Sie“, spricht dieser ihn an, „Sie haben da etwas auf Ihrem Rücken sitzen. Ich meine, es könnte der Tod sein. Soll ich ihn entfernen?“ – Auf der Bank gegenüber harren geduldig drei alte Männer in dunklen Anzügen aus. Die starre Würde ihrer faltigen Gesichter lässt sie wie Sargträger erscheinen. Musternd blicken sie herüber, wie um mein Gewicht abzuschätzen.
 

LKW

LKW

Roman

  • 488 Seiten
  • Reihe ETIKETT
  • Hardcover mit Lesebändchen

978-3-86638-153-7

22.00 € Anfrage

Der Roman »LKW« erzählt die Geschichte eines jungen Mannes mit Namen Karl Krüger, der viele Jahre lang als LKW-Fahrer unterwegs war, für Bauunternehmen, Möbel- und Stückgutspeditionen zwischen Deutschland, Frankreich und Italien. Darüber hat er viel erlebt, ist älter und reifer geworden, und nun schickt er sich an, auf seine letzte Fahrt nach Mailand zu gehen. Denn er hat sich unterwegs verliebt in eine Italienerin ... Auf dieser Fahrt erinnert sich Karl an ein wildes, aber auch poetisches, reiches Leben auf den Straßen und Pässen Europas. Vor allem aber bäumt sich ein Spannungsbogen auf, nachdem klar wird: Da sitzt ein bocksfüßiger Beifahrer mit in der Fahrerkabine, der nennt sich Kiepenkerl. In Karls Kindheit stand er für das Unheil im Leben, nun aber bietet er ihm Rat und Beistand bei der Ordnung der Erinnerungen an: Während die Dörfer sich in ihre Mulden duckten, die Lichter zusammen rückten und Rauchzeichen gegen den Himmel sandten, teilte der Kiepenkerl dem Fahrer Karl eine runzelige Offenbarung mit. »Im Geist des Fahrenden«, sagte er, »verschlingen sich Anfang und Ende. Im Aufbruch wirft er immer schon seine Ankunft voraus und ruft so die Zeit an seine Seite ... Die Zeit ... ist ein entzückendes Geschöpf. Einfühlsam und anschmiegsam, ist sie bereit sich hinzugeben. Sie will jedoch, sonst wird sie kühl, umschmeichelt und umbuhlt sein.«
Parallel zur Liebesgeschichte entfalten sich Erzählwelten, in denen die große Fahrt zu einer Europatournee bis zurück zur Völkerwanderung wird. Von Wiedergängern der Hauptfiguren aus südländischem Adelsgeschlecht und nordischer Arbeitertradition durchzogen, wird sie zur Zielfahrt rückwärts in die eigentliche Liebesgeschichte hinein, die so alt ist wie der Kontinent. Die Quest mit Kiepe und Früchtetransporter, vom Fünfjährigen bis zum fünfzigjährigen Fahrensmann, führt als Erinnerungen auch in die USA, beschwört mit den Epen Amerikas die Sehnsucht nach einer modernen Edda herauf – und spinnt deren Ansätze aus.

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