Charles Ofaire

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Biographie

Charles OFAIRE, zweisprachiger (siehe ganz unten) Autor, Kritiker, Journalist und Essayist aus dem jurassischen Grenzgebiet zwischen Frankreich und Schweiz, ist Verfasser von Romanen wie »Pour elle seule« und »Jesalé« sowie von Bühnenstücken wie »La cène de mére« und »Der letzte Auftritt des Herrn Mercier«.

Charles OFAIRE hat Sigmund Freud und Franz Kafka ins Französische übertragen, Barbey d'Aurevilly und Charles Nodier ins Deutsche übersetzt und die neunbändige Ausgabe der »Correspendance Générale« von Barbey mitkommentiert und miteditiert. – Neben zahlreichen Publikationen zur französischen Literatur und Musik hat er auch Regiearbeiten übernommen, unter anderem »La Damnation de Faust« von Hector Berlioz.

Charles Ofaire ist Mitglied der Société des Ecrivains Normands und wurde ausgezeichnet mit dem Prix Barbey d'Aurevilly, mit den Palmes Académiques und mit der Légion d'Honneur.

Berns verlorene Kindheit

Berns verlorene Kindheit

Roman der Stadt Bern zwischen 1900 und 1950

  • 288 Seiten
  • Reihe Die Hauptwerke
  • Hardcover mit Lesebändchen

978-3-86638-144-5

20.00 € Anfrage

Über den Roman »Berns verlorene Kindheit«

Der Roman Berns verlorene Kindheit ist die Geschichte einer Berner Familie im sozialen, kulturellen und politischen Kontext der Schweiz und Europas zwischen 1900 und 1950 mit Rückblicken eines Kommentators aus dem Ende des 20. Jahrhunderts.

Einige Figuren brechen nach den USA, nach Frankreich und Deutschland aus – oder gar noch weiter, in den Orient. Zu den verwendeten acht Sprachen des Romans gehört auch das Bern-Deutsche, das in die Wiedererweckung der alten Berner Beizen (Wirtschaften) integriert ist, in denen historische Figuren neben fiktiven erscheinen, welche nach 1900 in Bern gelebt haben und die der Autor hier zusammenführt: Klee, Einstein, Walser, Cendrars und Lenin, die eine unbekannte, neue Internationale begründen …

Der Stadt-Roman (in welchem Bern erstmals wirklich Mittelpunkt eines umfangreichen Romangeschehens ist) ist auch ein Statt-Roman, der mit neuen Arten des Berichtens den Leser überrascht und eine ungewöhnliche und unpathetische Berner Sage im europäischen Verbund vorstellt. Derlei ist bislang unbekannt, hat aber seine hier ausgeloteten Reize!

Daß auch das Karlsruhe des Zweiten Weltkrieges mit zu den Hauptstädten und Hauptstätten des Romans gehört, zeigt, daß der Leser bei Charles Ofaire vor Überraschungen nicht sicher ist.

Das Buch wurde von Charles Ofaire in Deutschland, unterstützt durch die beiden Schauspieler Franziska Knetsch und Helmut Keuchel, durch den Kulturverein Strömungen in Marburg zusammen mit der Buchhandlung Roter Stern und Manfred Paulsen vorgestellt. In der Schweiz ist die Erst-Präsentation in Bern – wo sonst!? – mit der Buchhandlung Libromania erfolgt. Denn:

„I ha di halt eifach gärn“, hat er ihr gesagt.
Aber wir dürfen nicht vorgreifen, so kann eine Geschichte, wenn sie eine solche überhaupt ist, nicht beginnen.
Albert Hofer, so hieß er möglicherweise, war am 01.02.1901 um 15 Uhr und 3 Minuten im neuen Durchgangsbahnhof von Bern angekommen, nach einer schier unendlich langen Reise aus
Amerika über das Meer und nach Hamburg und dann mit der Bahn, zuletzt mit der Schweizerischen Centralbahn von Basel weg. Zurück nach Bern, das er vor etwa zehn Jahren verlassen hatte.
Die Rückkehr …

Soweit der Anfang des Romans. Lesen Sie weiter im Roman selbst. – Bevor hier einige Sprachhilfen dazu erfolgen, sollte man sich, damit man weiß, wes Geistes Kind dieses Buch ist, anschauen, was der Autor über (den) Verleger schreibt, es ist zum Auswachsen, so geht das doch nicht – sehen Sie selbst:

Exkurs: Freche Anmerkungen des Autors über (den) Verleger:

„Ich will keineswegs die Schwierigkeiten verschweigen, die ich angesichts des Manuskriptzustandes empfinde. Ich will nicht von meinem unschönen Ungenügen sprechen, das seine gegenwärtige Fassung in mir auslöst und das ich natürlich seinem Autor (seinen Autoren?) anlasten müsste. Ich bin in einer wenig beneidenswerten Funktion und Situation. Mir muss das Werk nicht gefallen, wohlgemerkt, aber ... den Lesern. Ich habe sowohl mit Ch.O. als auch mit H.H. jun. gesprochen wegen eines möglichen Fortführens der Handlung des inzwischen doch voluminös angeschwollenen Typoskriptes. Soll gar schon ein Ende ins Auge gefasst werden, wo der Leser vielleicht ein weiteres Ausschreiten in der Zeit erwartet? Beide verfolgen unterschiedliche Absichten, haben wohl miteinander gesprochen, sind sich, wie stets, uneins: Der eine hat den Vorteil der betroffenen Zeugenschaft, der andere steht über dem Romangetümmel als Unbeteiligter. Wem den Vorzug geben? Wie könnte ich mir anmaßen, ein Ende oder eine Fortsetzung zu bevorzugen. Könnte ich deren zwei hier zulassen und ein solches Schlachtgemetzel von zwei Autoren zulassen und gar edieren? Wer soll weiterschreiben, Leser: H.H. jun. oder Ch.O.? Es ist unfair, den Leser zu fragen, es ist unfair, ihn auszuklammern! Am besten ediere ich wohl mit beider Einverständnis eine Version, von der ich nicht weiß, wer sie zu verantworten hat.
Werden Sie das Spiel und den Ernst des Spiels mitmachen?“ (Der Verleger.)

Unmögliche Replik des Verlegers seitens des Autors im Buch über diesen

Autoren sind Störer und Störenfriede für alle: Für sich, für ihre Leser, ihre Figuren, ihren Verleger ... Für wen sonst noch?
Natürlich werde ich den Roman nicht auf eine Katastrophe zusteuern, schon aus Rücksichtnahme für Mathilde nicht, die mich „eigenhändig begrüßt hat“ (ihr charmanter Ausdruck) und mich bei unserer Begegnung ausdrücklich um „schonende Besonnenheit“ gebeten hat.

Ich, die Fransentochter

Ich, die Fransentochter

Roman Ein ruhiges Tagebuch aus dem Jahre 1989

  • 144 Seiten
  • Reihe Die Hauptwerke
  • Hardcover mit Lesebändchen

978-3-86638-148-3

18.00 € Anfrage

Über das Buch »Ich, die Fransentochter«

Im Jahr 2009 erschien Charles Ofaires Roman-Erstling »Berns verlorene Kindheit« und hatte schöne Aufmerksamkeit erlangt. Nun legt Ofaire einen zweiten Roman vor, der in und um Marburg angesiedelt ist. Er zeichnet das Schicksal einer Frau, die nach einer Brustamputation in ein neues Leben aufbricht. »Ich, die Fransentochter« ist zunächst im Duktus eines Tagebuchs angelegt, und in gewisser Hinsicht ist es ein extrem hartes Stück Literatur: Es hat zur Protagonistin eine Frauen-Figur, die an Krebs erkrankt ist und noch als Erwachsene unter dem frühen Verlust ihres Vaters leidet. Die Erzählzeit ist das Jahr 1989 – die inneren Dämme der Hauptfigur brechen parallel zu den historischen während des Mauerfalls, die persönliche Revolte erkennt ihr Echo in dem friedlichen, aber entschlossenen Aufbruch der DDR-Bürger. Sie geht endlich die Suche nach ihrem verschollenen Vater in Frankreich an, gerät in die deutsch-französischen Verstrickungen aus Zeiten des II. Weltkrieges – sie öffnet sich aber Wege, und es verbinden sich persönliches Schicksal und Zeitgeschichte auf mehreren Ebenen. Für viele Härten und irritierende Deutlichkeiten wird der Leser dieses dichten Buches mit jener Klarheit belohnt, die manche Menschen leider erst aus Schicksalsschlägen heraus erlangen ... Der Krebs hatte mich verändert und eine Änderung gebracht und bewirkt, die überall in meinem Leben fühlbar wurde. Ich erlebte, wie die Entdeckung meines Krebses mir offenbarte, dass er mir eine oder meine Geschichte verbarg oder verschlüsselt erzählte. Ich begann – vor und nach der Operation –, mit ihm zu sprechen wie mit einem lebendigen Wesen, und fragte ihn: "Was kann ich für dich und was kann ich gegen dich tun, Krebs?" Und gleich darauf fragte ich mich vor dem Spiegel, um die Feierlichkeit meines Nachdenkens noch zu unterstreichen: "Was kann denn mein Krebs für mich und was kann er gegen mich tun?"

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