Autoren & Bücher
Lou A. Probsthayn
Geboren 1960, flüchtete im Alter von drei Monaten aus der Hauptstadt der DDR nach Hamburg. Noch heute lebt und arbeitet er in der Elbmetropole. Er wurde bekannt durch diverse Bücher, etwa »Lachgas im Airbag« (Piper) oder »Dumm gelaufen« und »Die Welt ist Hund« (Achilla Presse). Für »Müll« (yedermann Verlag) erhielt er den Literaturpreis Hamburg. Sein Erzählband »Sitzerei auf Waschbeton« (Michason & May) wurde mit mehreren Arbeitsstipendien unterstützt.
Er ist Mitbegründer des »Forum der Dreizehn« und des Hamburger Dogmas, gründete 2007 zusammen mit Gunter Gerlach die legendäre Lesereihe Literatur Quickie, zwei Jahre später den gleichnamigen Verlag, der ausschließlich Kurzgeschichten verlegt. Dem Verlegen und Veranstalten geht er heute noch nach und nebenbei hält er es noch immer mit dem Schreiben.
(Foto oben: Mike Blenk mit freundlichem Dank)
Junge Männer mit leeren Bierflaschen
Erzählungen
- Hardcover
- 176 Seiten
- mit Lesebändchen
978-3-86638-498-9

Lou Probsthayn hat hier 28 kurze Erzählungen zusammengebracht. Das entspricht seinem liebsten literarischen Genre, und seine Geschichten haben es in sich.
Immer kommen die Figuren, auf welche sich Lou Probsthayn jeweils konzentriert, höchst alltäglich daher, dann aber geraten sie unter eine nächtliche Straßenlaterne oder in eine unbekannte Einkaufssituation oder eine vertrackte Haushaltserledigung – und schon ist alles möglich. Nein, nein, »Ansgar muss mit dem Hund gehen« und »sich sammeln« und »Eine Zigarette mit Iggy Pop rauchen« und »Ich hatte heute Geschirr« sind mehr Tarnungen der erzählten Kosmen denn ihre Titel: Vom Fürchtenlernen bis zum Lebensmodellaustauschen widerfährt uns hier draußen, außerhalb der Probsthaynschen Figurationen – uff, das ging gerade noch mal gut! –, die ganze Palette von Leserherausforderungen.
Wer einmal Lou A. Probsthayn gelesen hat, notiert Veit Sprenger, der in Kurzgeschichten von ähnlichem Wirkungspotential zuhause ist, hört nie mehr damit auf. Wann immer man unangestrengt durch eine seiner Geschichten spaziert ist, fühlt man sich hinterher erleichtert und gewärmt. Die Landschaften, durch die er uns führt, sind vertraut und erregen trotzdem unsere Neugier. Denn gegen die Ödnis behaupteter Echtheit des omnipräsenten Autofiktionalismus gibt er seiner Sprache spielend ihre Gestaltungsmacht zurück. Sie ist die Fremdenführerin, der man sich gerne anvertraut, weil man weiß, dass sie nicht prüft, kränkt oder urteilt, sondern dass sie es von Anfang bis Ende gut meint – mit ihren Gegenständen genauso wie mit uns.
Covergestaltung von Sherin Artist & Ulrike Köhn mit liebem Dank!
axel dielmann – verlag
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