Michael Schilar

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Michael Schilar wurde am 19.10.1959 in Ostberlin geboren, studierte von 1981-88 Philosophie und Ästhetik an der Humboldt-Universität (prägende Lehrer: Wolfgang Heise und Gerd Irrlitz) und kam 1988 an das literaturwissenschaftliche Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR. Promotion 1989 zum Schlußakt von Goethes »Faust II«.

Nach der Wende und Abwicklung der DDR-Akademie Integration in ein Auffangprogramm für frühere DDR-Wissenschaftler, zwischenzeitlich (1991/92) Thyssen-Stipendiat in München (bei Wolfgang Frühwald). 1994-96 Lehrtätigkeit am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität. Ab 1997 wurde er Mitarbeiter am »Goethe-Wörterbuch« der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und verfaßte dort in 29 Jahren mehr als 2500 Wörterbuchartikel (darunter zu »Herz«, »Kraft«, »Licht«, »organisch«, »Phantasie«, »Schein« und »Schönheit«).

Ab Spätsommer 2018 kontinuierliches Schreiben in der freien Zeit an »Von Fluten und vom Widerstehen«; Abschluss des Gedichts Mitte 2024. Seit Anfang 2026 berentet und mit der Bearbeitung der Vorlesungen seines Lehrers Wolfgang Heise zur Geschichte der Ästhetik beschäftigt. Der Autor, Vater zweier erwachsener Kinder und Opa, lebt in einem Dreigenerationenhaus am Berliner Stadtrand. – Immer wieder Aufenthalte in einem Torp in Südschweden.

(Autoren-Foto oben: Hanna Schilar mit freundlichem Dank.)

 

Von Fluten und vom Widerstehen

Von Fluten und vom Widerstehen

Gedicht zur Weltwendezeit

  • Klappenbroschur
  • 324 Seiten

978-3-86638-502-3

22.00 €           picture

»Gedicht zur Weltwendezeit« – so nennt Michael Schilar sein langes, episch-dramatisches Gedicht, worin ein Maler nach Grönland gereist ist, um das Eis, bevor es weiter schwindet, in Kunst zu bewahren. Mehr noch: Er träumt von Rettung für das Eis und auch für uns Menschen, Rettung, die gerade mit den Wirkungen des erhofften Gemäldes verbunden sein sollte. Der Mann scheitert vor Grönlands Küste – war sein Anspruch von Beginn an Illusion? Und: Welche sind die Quellen einer möglichen Rettung?

Der schmelzende Eiskoloss, den der Maler-Schiffer vom Meer aus beobachtete und den er später in einem Bild verewigen wollte, hatte ihm, kurz bevor er dann über ihn niederbrach, zugerufen:

Ein Geschehen, katastrophisch –
Ja, es scheint dir zugedacht.
Ist dein Tod auch philosophisch,
Trifft er doch mit ganzer Macht!

Trotz des Scheiterns dieses wichtigen Protagonisten des Gedichts ist es insgesamt vor allem eines: ein – eben auch Tragik einschließendes – fortgesetztes Suchen und Forschen nach Auswegen aus tragischen Entwicklungen. So schildert es bestimmte Lösungsansätze, um die klimatische und ökologische Krise meistern zu können. Sie liegen im Bereich von Technik und Naturumgestaltung, von grundlegenden sozialen Veränderungen, auch des Rechtsbegriffs (hier mit dem Gedanken von Rechtsverhältnissen, in die die Natur und deren Phänomene einbezogen sind) sowie der kulturellen Erinnerung und eben auch der Kunst. Am Ende des Gedichts können die geschundenen Elemente, im besonderen Wellen und Wind, dem am nordischen Meeresufer entlangwandernden Menschenzug auf den Weg geben:

Doch ihr könnt‘s! Bezähmt die Geister,
Die ihr selbst gerufen habt!
Zauberlehrling, werde Meister,
Denn du bist dazu begabt!

»Von Fluten und vom Widerstehen« behandelt eine sehr zeitgemäße Thematik in einem an frühere Epochen erinnernden sprachlichen Gewand, so als seien da, speziell in aufklärerischen Traditionen, noch heute relevante geistig-moralische Maßstäbe zu gewinnen. Das Gedicht besteht aus drei Teilen, die erst den Weg des Maler-Schiffers und dann den eines Wanderers und eines weiteren Malers – bei den letzteren im Zusammenhang mit einer sich bildenden natur- und klimabewussten Menschengesellschaft – beschreiben. Es besteht weit überwiegend aus gereimten Vierzeilern, im kleineren zweiten Teil jedoch aus freien Rhythmen. In der einen wie in der anderen Form scheinen die Verse geradezu den Generalbaß des Seegangs aufzunehmen, als würde der dem Ganzen unterliegen.

Für die Cover-Gestaltung bedanken wir uns bei Lea Reusse.

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