Uwe Krist

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Uwe Krist, gebürtiger Wiesbadener, studierte nach seinem Abitur Archäologie und Kunstgeschichte in Münster und Neapel. Dann folgten in Hamburg journalistische Stationen, unter anderem als Ressortleiter bei WELT am SONNTAG und Manager Magazin, bis er zum Fernsehen wechselte, wo er zuletzt als Chef vom Dienst wirkte. Er drehte weltweit Reportagen und Dokumentationen – mehr als 40 allein über Italien – und war für einige Jahre als Korrespondent in Kalabrien.

Heute arbeitet er als TV-Produzent und Autor in Berlin, aber seine Italienliebe ist ungebrochen. Er verbringt, wenn es möglich ist, den Sommer auf seiner »Terrasse mit Bett« hoch über Sorrent mit Blick übers Thyrrenische Meer und pendelt zwischen Capri, der Amalfitana, dem Vesuv und Neapel.

 

Elisabetta oder Das Sterben der Grille

Elisabetta oder Das Sterben der Grille

Roman

  • Hardcover
  • mit Lesebändchen
  • 360 Seiten

978-3-86638-366-1

22.00 €           picture

Erschreckend, brutal und faszinierend zugleich ist die Geschichte von Elisabetta, einem Mädchen aus dem Bergland Kalabriens, der jungen Frau auf der Flucht aus der Welt des noch heute ungebrochenen Terrors mittelalterlicher Traditionen und brutaler Gesetze in der eigenen Familie.

Also Mittelalter statt 21. Jahrhundert: Elisabetta teilt dieses Schicksal offener Unterdrückung mit vielen Frauen hier im äußersten Süden Italiens. Es ist das ungebrochene, männerbestimmte Diktat von unbedingtem Gehorsam, ohne Widerspruch oder Aufklärung, fern von Liebe und Selbstverwirklichung. Doch die »Grille«, wie ihr Vater sie als Kind nannte, bevor auch er der Gewalt des Südens zum Opfer fiel, sieht trotz gnadenloser Entrechtung und Todesdrohungen die Möglichkeit, sich zu retten:

Lange nach dem gewaltsamen Tod ihrer Mutter bricht sie aus dem Schweigen aus, widersetzt sich den all­gegenwärtigen Regeln der Omertá. Sie flieht in eine weit entfernte Stadt – aber gefühls- und liebesunfähig, wie sie erzogen wurde, droht sie in der halben Freiheit an Psychose und Wahnvorstellungen zu zerbrechen und gerät auf der erneuten Flucht in tödliche Auseinandersetzungen von selbst­ernannten Familienoberhäutern und in mafiose Ehrenhändel, muß Machenschaften entkommen, die sie in eine Ehe zwingen würden. Nach einer Mordserie versteckt sie sich hinter einer geliehenen Identität.

Silvia schaltete das Licht in der Küche nicht an. Die Zwischenwelt brauchte keine Beleuchtung. Jetzt unterhielten sich ihre Sinne mit dem Haus. Tauschten Dinge aus, von denen Silvia zuvor nichts gewusst hatte. Geheimnisse blieben es auch weiterhin, denn Silvia verspürte zwar diese Unterhaltung, ihre Inhalte, Worte, Bilder. Aber sie stand vor einer ihr fremden Sprache wie vor einer geschlossenen Glastür. Sie sah alles dahinter – die sich bewegenden Lippen, die vorbeiziehenden Bilder, die aufgerissenen Augen der Dinge, die endlich ein Gesicht bekommen hatten in diesem alten Haus auf dem Berg. Nur hörte sie die nicht. Oder sie hörte sie doch und wusste nur nicht, diese Sprache anzuerkennen und in sich hereinzulassen. Manchmal huschten verschattete Gestalten durch diese Szenerie, dann wieder bekamen Gerüche eine Form.

Erst jetzt kann sie sich emanzipieren, wird sogar erfolgreich und erhält die Chance, einem vorgezeich­neten Schicksal zu entkommen. – Und nun? – Kann die erwachsen gewordene »Grille« das schier ausweglose Dilemma von fehlenden Vorbildern und übermächtiger Umgebung in ein Leben mit ihren eigenen Werten und Freuden auflösen?


 

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