Victor Otto Stomps (VauO)

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Zu seinem 50. Todestag, im 100. Jahr nach seinen ersten eigenen literarischen Publikationen legen wir Victor Otto Stomps als Schriftsteller auf:

Es ist in der Buchbranche alles andere als unüblich oder selten, daß jene, die Bücher verkaufen, drucken, setzen, verlegen, zugleich jene sind oder zu sein sich mühen, die solche Bücher auch schreiben: Legendär die Verlegerpersönlichkeiten, die zugleich als Autoren von sich reden machen, wie der langjährige Hanser-Verleger Michel Krüger, der nachfolgende Verleger bei Hanser Jo Lendle; und Legion die Autorinnen und Autoren, die vor, neben oder nach dem Schreiben in Buchhandlungen oder Verlagen gearbeitet haben. Victor Otto Stomps ist einer der berühmtesten, in gewisser Weise der tragischsten Fälle dieser Doppelnaturen: Zu seinem 50. Todestag, zugleich dem 100. Jubiläumsjahr seiner ersten beiden eigenen literarischen Veröffentlichungen von 1920 soll er endlich geballt als Schriftsteller präsent sein.

Victor Otto Stomps, 1897 in Krefeld geboren, betrieb vor und zwischen den beiden Weltkriegen eine DER literarischen Verlagsadressen Deutschlands.

Der Spiegel am 13.04.1970: »VICTOR OTTO STOMPS, 72. Der Knittel-Poet, Fabel-Dichter und Verleger ohne Mehrwert (so sein Autor Horst Bingel), als VauO unter Deutschlands Literaten längst legendär, hat fast ein halbes Jahrhundert lang in seinen Kleinverlagen (Rabenpresse, Eremiten-Presse, Neue Rabenpresse) junge Talente, von Günter Eich bis Günter Bruno Fuchs, entdeckt, gefördert und von Hand gedruckt – um sie dann ohne Harm zu größeren Häusern ziehen zu lassen: Wenn ein Autor uns wegrennt, so lautete das Stomps-Credo, ist unser Ziel erreicht. Der den Nazis als Verleger jüdischer und linker Autoren mißliebige Bohemien aus einer Krefelder Bürgerfamilie, der im Ersten Weltkrieg Oberleutnant gewesen war, wich im Zweiten in die Wehrmacht aus und brachte es zum Oberstleutnant und Regimentskommandeur bei der Artillerie. Die letzte Zeit seiner zeitlebens »bewußt auf Erfolglosigkeit fixierten Existenz« (Stomps-Autor Peter Hamm) verbrachte der Fontane-Preisträger von 1965 im städtischen Altersheim zu Berlin-Kreuzberg, wo ihn kaum einer kannte.«

Die Verleger-Legende V.O. Stomps hat zwischen 1920 und 1970 mit seinen Verlagen Rabenpresse, Eremiten Presse und dann der Neuen Rabenpresse junge und experimentierfreudige Autoren verlegt. Er hat sie zusammen mit jungen Künstlern gestaltet und teils selbst gedruckt. Viele dieser Schriftsteller und Künstler, die bei ihm ihre ersten Arbeiten vorgelegt hatten, sind unterdessen auch einem breiten Publikum bekannt. – Hinter diesem das Eigensinnige suchenden Verleger »VauO« stand immer der Autor Victor Otto Stomps zurück – und das ändern wir nun:

Zum 50. Todestag von V.O. Stomps am 4. April 2020, vor allem aber zum 100sten Jubiläum seiner ersten beiden eigenen Publikationen als Schriftsteller erscheint, in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Hans Goswin Stomps und vielen anderen Partnern, eine 4-bändige Buch-Kassette mit Victor Otto Stomps als AUTOR.

 

Victor Otto Stomps als Schrifsteller

Victor Otto Stomps als Schrifsteller

Buch-Kassette in 4 Bänden

  • 4 Bände
  • Handcover mit Lesebändchen
  • und Schutzumschlag
  • 340 Seiten Prosa 1
  • 280 Seiten Prosa 2
  • 144 Seiten Gedichte und Dramen
  • 196 Seiten Essays und Portraits
  • Haupt-Sponsor: n.n.

978-3-86638-300-5

Unter seinen rund 200 nachgelassenen Gedichten sind ebenso Entdeckungen zu machen wie unter den vielen kurzen und längeren Portraits zu Zeitgenossen. Diese bilden, wie auch seine »Fabeln« und Romane, ein Konvolut von eindrucksvollen und aufschlußreichen Zeitdokumenten der 1910er bis 70er Jahre. Seine beiden Romane »Gelechter« und »Babylonische Freiheit« sind gepfefferte Satiren auf die politischen Verhältnisse vor und nach dem Zweiten Weltkrieg und zum »Wirtschaftswunder«. Was er als seine rund 20 »Fabeln« be­zeichnete, sind zumeist burleske Studien, sie entfalten eine nur an der Oberfläche fantastische Welt: vergnügliche Lektüre, bis einem das laute Lachen im Halse stecken bleibt – weil das mit großer Wachheit Erzählte noch heute mehr als vertraut und bis in die feinsten, atmosphärisch lebhaft geschilderten Verhältnisse wiedererkennbar ist. Meister der Satire wie Bohumil Hrabal und Malcolm Bradbury lassen grüßen.

Vollends unentdeckt ist der beißend ironische Dramatiker Stomps.

Bei alledem reflektierte Victor Otto Stomps immer wieder, was er auch als Verleger in den Gesprächen mit seinen Autoren und Künstlern in den Mittelpunkt stellte: Die Verbindlichkeit genauer und zugleich experimentierender Sprache einerseits, den unbestechlichen Blick auf die menschlichen Möglichkeiten UND Schwächen andererseits.

Hendrik Liersch, Corvinus-Presse Berlin, sowie Gudrun Dittmeyer, Literatouren e.V. Ober­ursel, und ganz besonders natürlich VauOs Sohn Hans Goswin Stomps haben über die Jahre verdienstvoll bis stur sein verlegerisches und literarisches Vermächtnis lebendig gehalten – mit ihnen und einer Reihe von Partnern werden wir im Jubiläumsjahr 2020 den Autor Victor Otto Stomps hochleben lassen.

Daß dabei mehrere seiner einstigen Autoren-Kollegen und einige vormalige Illustratoren an der Gestaltung und Kommentierung der Bände und Kassette mitwirken, macht diese lange fällige Ausgabe zu einer Art Gesamtkunstwerk Stomps: Bereits zugesagt sind die Gestaltung von Schutzumschlägen durch Horst Antes, Klaus Staeck und Bernhard Jäger, dazu 4 Vorworte von Christoph Meckel, Bazon Brock, Hans Neuenfels und Uve Schmidt sowie Nachwort-Essays über den Spagat Verleger / Autor u.a. von Michael Krüger.

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